Ecuador ist gefährlich!
Diese Überschrift hätte ich über zwei Drittel der bisher bereisten Länder schreiben können. Wären nur die Hälfte der Warnungen eingetreten – von besorgten Freunden, Verwandten, Landsleuten und nicht zuletzt vom Auswärtiges Amt – dann dürfte ich eigentlich schon längst nicht mehr leben. Am sichersten wäre es vermutlich, man bliebe zu Hause. Tür zu. Rollläden runter. Und bloß nicht rausgehen.
Du kennst mich ja schon, ich mache es anders.
Grenzüberschreitender Verkehr
10. Dezember 2025. Grenzübertritt von Peru nach Ecuador.
Das Busticket hatte ich mir im peruanischen Jaén, der letzten Stadt vor der Grenze besorgt. Die Route über den Grenzort La Balza ist eine Empfehlung eines coolen Typs namens Thomas, den ich in Leymebamba kennengelernt hatte. „Ist nicht überlaufen, da wartest du am Grenzposten nicht lange“, sagte er.
Er hat Recht behalten.
Nicht überlaufen heißt heute: genau fünf Fahrzeuge, nämlich ein LKW, ein Bus, in dem ich sitze, und drei Pkw.
Die Formalitäten: Null-Komma-nichts.
Die Straße: dafür umso länger. Keine Asphaltierung, kein Komfort, es geht über Stock und Stein – im wahrsten Sinne des Wortes. Eher Drogenschmuggler-Romantik als Fernbus-Idylle und kilometerweise Schritttempo.Aber hey – genauso liebe ich meine Weltreise!
Loja – Musik liegt in der Luft
Gegen 18 Uhr erreicht mein Bus Loja. Es ist schon fast Nacht. Kein Geld, keine SIM-Karte, und keine Ahnung, wo ich schlafen werde. Also erstmal ins Hotel, das dem Busterminal gegenüber liegt – WiFi schnorren und Lage sondieren.
Erkenntnis Nummer eins: in Ecuador zahlt man mit US-Dollar.
Erkenntnis Nummer zwei: Ich habe zufällig noch 25 Dollar im Portemonnaie. Zufälle gibt’s…! Jedenfalls reicht das erstmal für Zimmer, Frühstück, und SIM-Karte.
Danach: wieder blank.
Der Stadtbus in Richtung Zentrum akzeptiert nur aufladbare Karten. Ich habe keine. Eine Frau mittleren Alters tritt auf mich zu und sagt auf Englisch: „Use mine.“ Ich will ihr die 35 Cent geben – sie lehnt ab. Sie fragt nach meiner Reise, hört begeistert zu, zeigt mir die richtige Haltestelle, wo sie ebenfalls aussteigt und hilft mir später sogar noch beim Aussuchen und Einchecken im Hostel. Diese Hilfsbereitschaft finde ich umwerfend.
Loja selbst überrascht mich. Musik ist hier überall: bemalte Wände, Zebrastreifen als Notenlinien, Straßenschmuck, ein eigenes Musikmuseum. Die Stadt hat einen Rhythmus. Einen Vibe. Ich fühle mich sofort wohl.
Etwas Abseits vom Zentrum steht die Puerta de la Ciudad (Wikipedia, leider nur auf spanisch) – ein Stadttor wie ein kleines Schloss, ein Nachbau aus der Zeit um die Jahrtausendwende (Einweihung 2001). Historisch steht es an der nördlichen Einfahrt – einst Ausgangspunkt von Expeditionen Richtung Amazonas, auf der Suche nach „El Dorado“.
Ich stehe davor und stelle mir vor, wie die spanischen Eroberer hier das Gold aus den Bergen zusammengetragen haben, bevor sie es an die Spanische Krone ablieferten.
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| Musikalischer Zebrastreifen |
| Musik über der Straße |
| Eingang zum Musikmuseum |
| Musik an Wänden |
| Schöne Wandmalerei |
| La Puerta de la Ciudad |
Guayaquil – Warnung und Wirklichkeit
15. Dezember 2025 – Nach zwölfstündiger Nachtfahrt komme ich gut geschüttelt, aber nicht gerührt, morgens um 7:30 Uhr in Guayaquil an. Die Temperatur liegt bei angenehmen 23 °C.
Wie kann man so leben?
Das dimmt meine Neugier von 10 auf moderate 4 herunter.
Meine Unterkunft buche ich ausnahmsweise – eben wegen der kaum erkennbaren Stadtstruktur – über Booking.com im „Casa Michael“, das sich als buntes Hostel herausstellt. Genau so, wie ich es gern habe.
| Casa Michael |
Auf der Fahrt dorthin mit Uber, klärt mich der Fahrer erst einmal über die Gefährlichkeit der Stadt auf: „KEINE Distanzen zu Fuß – auch nicht bei Tage! Auch keine Taxis! Ausschließlich mit Uber! Sonst wirst du ausgeraubt und landest irgendwo, wo du nicht hin willst!“
Ach du meine Güte. Muss ich jetzt erschrocken sein?
Im Moment kann ich die Lage nicht einschätzen und weiß nicht so recht, welches Gewicht ich diesen Worten beimessen soll.
Nun gut, ich lass die Warnung im Raum stehen. Nach Rücksprache über die Attraktionen der Stadt mit meiner Vermieterin, die ebenfalls Uber empfiehlt, mache ich es auch so und lasse mich zum Ufer des Río Guayas fahren.
Dort angekommen habe ich den Eindruck, hier könnte so etwas wie die Altstadt sein. Alte Straßen, alte und bunte Fassaden, sowie eine kleine Anhöhe, auf der ein alter Leuchtturm steht, machen diesen Stadtteil interessant. Die angrenzende Uferpromenade erstreckt sich über vier bis fünf Kilometer – die ich natürlich zu Fuß nehme.
Cafés und Bars wechseln sich mit bekannten Markengeschäften ab. Dazu ein Vergnügungsbereich mit Riesenrad, kleine Karussells, und künstlich angelegte Parkabschnitte. Alles mit einem hohen Gitterzaun eingefriedet
Verlässt man jedoch diesen eingezäunten Bereich und überquert die Straße, lässt der Zustand der Nebenstraßen rapide in Qualität und Sauberkeit nach. Und dort sind Hunderte Menschen, die sich über den Fußwege der kleineren Stichstraßen drängen.
| Hey Kollege... |
So entferne ich mich immer weiter von der gesicherten Uferpromenade hinein in die unübersichtliche Stadt. Aufmerksam beobachte ich die Menschenmassen um mich herum. Doch es ist, als wäre ich für alle anderen unsichtbar. Selbst wenn ich mich alle paar Meter einmal umdrehe … es scheint mich niemand wirklich wahrzunehmen.
Hier reiht sich ein 5-Quadratmeter-Shop an den nächsten. Ich schiebe mich wie ein Elementarteilchen in der Masse durch die Straßen und Gänge der Märkte.
Alles ist Sorte bei Sorte, ich meine: Alle Handy- und Elektronikshops auf einem Haufen. Alle Schuhläden, Eisenwarengeschäfte, genauso wie auch Kleinapotheken. Immer dasselbe. Irgendwie scheint es egal zu sein, wo man was kauft. Alleinstellungsmerkmale von einem Shop zum anderen suche ich vergeblich.
Doch hier werde ich wenigstens wahrgenommen. Verkäufer, die ihre Waren an den Mann – oder an die Frau – bringen wollen, sprechen mich direkt an.
Brauche ich irgendwas? Nö. Muchas gracias.
Irgendwer, der mir an die Pelle will? Auch Fehlanzeige.
Ich gehe weiter, neugierig, was es abseits der polierten Uferpromenade sonst noch zu entdecken gibt, und sehe in einiger Entfernung die Türme einer Kathedrale über die Häuser ragen.
„Lass mich mal dorthin pilgern“, sage ich zu mir.
An der Kathedrale angekommen – die kleiner ist als vermutet und wesentlich kleiner als viele andere Kathedralen, die ich bisher gesehen habe – liegt vor den Portalen des Gebäudes ein kleiner, sehr hübsch angelegter Park, der zum Verweilen einlädt. Dort tummeln sich friedlich etliche Leguane, die ich mir anschaue.
| Soll ich dir mal was flüstern...? |
Tja, dann mache ich am Abend des ersten Tages eine Bestandsaufnahme und frage mich, warum gefühlt alle Menschen hier in permanenter Furcht und Hab-Acht-Stellung leben.
Das kann doch nicht der Sinn des Lebens sein.
Zwei Tage, und ich habe genug von Guayaquil.
Workaway im „Donkey Den“ – Santa Marianita
Kleine Vorgeschichte
Irgendwann im Mai 2025 habe ich wieder auf der Workaway-Plattform herumgestöbert, nachdem ich erstmals eine Freiwilligenarbeit schon am zweiten Tag wieder aufgegeben hatte (siehe hier).
In Ecuador gibt es allerlei Stellen, an denen man Workaway machen kann. Schließlich finde ich das Gästehaus "Donkey Den", wo Unterstützung beim Saubermachen und bei kleineren Projekten gesucht wird. Es liegt in Santa Marianita Beach, einem Kitespot direkt an der Pazifikküste – das klingt gut. Vielleicht gibt’s dort ja auch die Möglichkeit zum Wellenreiten.
Das wäre cool, wenn man bedenkt, dass man üblicherweise beim Workaway fünf Stunden am Tag dem Gastgeber bei seinen Projekten hilft und den Rest des Tages sowie das Wochenende zur freien Verfügung hat.
Jepp – darauf hätte ich mal wieder richtig Lust.
Dabei erinnere ich mich an meine allerersten Lektionen mit der Surfschule in Porto, Portugal, wo ich das zum ersten Mal ausprobiert habe.
Meine Anfrage wird von Linda, der Gastgeberin, umgehend positiv beantwortet. Sie freut sich, wenn ich komme. Aber hier sehe ich schon ein Problem – nämlich die Planung.
Da ich mich aktuell in Mendoza auf meiner zweiten Reise durch Argentinien befinde und möglichst per Bus durch die Anden nach Ecuador reisen möchte, muss ich vorher noch Bolivien und Peru durchqueren. Ein präzises Ankunftsdatum ist also unmöglich vorherzusagen.
Genau das schreibe ich Linda.
Obwohl ich zusammen mit meinem Sohn Alex Bolivien und Peru schon bereist habe, und denke, dass ich die wichtigsten Orte bereits besucht habe, frage ich mich, wie lange es dann wohl noch dauern wird, bis ich wirklich in Ecuador ankomme. Vielleicht gibt es ja doch noch interessante Orte zum Verweilen.
Ich melde Linda einen großzügig bemessenen Zeitpuffer zurück: Es könne noch ein bis zwei Monate dauern, bis ich Ecuador erreiche. Und je näher ich komme, desto genauer könne ich meine Ankunft vorhersagen.
Das sei ein guter Vorschlag, findet auch Linda.
Aber dann… melde ich mich geschlagene drei Monate nicht mehr.
Was war passiert?
Allein meine zweite Reise durch Bolivien – diesmal Potosí mit der Silbermine und ein zweiter Aufenthalt bei Martin in Copacabana – sowie meine zahllosen Entdeckungen in Peru ziehen sich enorm in die Länge.
Und dann, als ich in Arequipa in Peru die Nachricht über den verschlechterten Zustand meines Onkels Hans-Jürgen bekomme, ist mir klar, dass ich in sehr absehbarer Zeit nach Deutschland fliegen werde.
Was heißt das überhaupt: „Dein Onkel liegt im Sterben“? Wird er sich wieder erholen? Oder werde ich ihn überhaupt noch lebend oder ansprechbar vorfinden, wenn ich nach Deutschland komme?
Zu viele Fragen, um vorhersagen zu können, wann ich nach Südamerika zurückfliegen würde.
Das habe ich Linda schließlich geschrieben und ihr von dieser Planungsunsicherheit berichtet – ihr aber auch mein fortbestehendes Interesse an dem Volunteering deutlich gemacht.
Umgehend kam ihr Verständnis. Und ebenso auch ihr weiterhin bestehendes Interesse.
Na dann – das klingt gut.
Als ich zwei Monate später wieder in Lima bin, denke ich mir: Wenn ich jetzt schreibe, dass ich wieder in Peru bin, denkt sie sicher, dass ich in zwei Wochen bei ihr bin und plant entsprechend.
Und was, wenn ich mich wieder verkalkuliere? Hmmm…
Dann wird sie bald glauben, dass ich ein Spinner bin, auf den kein Verlass ist.
Also beschließe ich, mich erst kurz vor der Grenze zwischen Peru und Ecuador zu melden.
Aus Chachapoyas – einer Stadt weit im Norden von Peru – schreibe ich meine Nachricht schicke (bedenke: mittlerweile sind sechs Monate seit dem Erstkontakt vergangen), und rechne ich mit einer Ablehnung à la: „Vielen Dank, aber ich habe jetzt andere Workawayer.“
Aber nein – ganz im Gegenteil! Linda schreibt, dass sie sich freut, dass ich kommen werde.
Juhuuu!!!
Ankunft in Santa Marianita
17. Dezember 2025 – Nach Loja und Guayaquil mache ich keinen weiteren Abstecher mehr und nehme ohne Umschweife einen Bus von Guayaquil, der mich binnen drei Stunden direkt nach Manta bringt, der nächstgelegenen Stadt in Richtung Santa Marianita, wo Linda ihr Gästehaus hat.
| Mahnmal oder Denkmal 😄 |
Von Manta bringt mich ein Uber-Fahrer nach Santa Marianita. Schon von Weitem erkenne ich das hellblau gestrichene Eingangsportal, umrankt von rosa blühenden Kletterpflanzen. Es sieht exakt so aus, wie auf den Fotos in ihrem Workaway-Profil.
| Gästehaus "Donkey Den" |
Auf der linken Seite des Schotterweges krachen ohrenbetäubend die sich überschlagenden Pazifikwellen auf den Strand.
Woaahhh. Was für ein Ort. Geil!
"Donkey Den" – das Gästehaus
Bunte Fähnchen aller Herren Länder wehen mir bei meiner Ankunft entgegen.
Bunt ist überhaupt das Wort, mit dem man das Domizil am besten beschreiben kann: der wasserblaue Fußboden. Gestalten des Meeres, von künstlerisch begabten Volontären auf die Wände gemalt. Mobiliar, in allen möglichen Farben bemalt.
Auf mich wirkt alles herrlich einladend. Ich freue mich beim ersten Anblick, mich für dieses Workaway entschieden zu haben.
Linda begrüßt mich herzlich und stellt mich den anderen Workawayern und den gerade anwesenden Gästen vor. Es stellt sich heraus, dass sie bereits 82 Jahre alt ist. Sie ist fit, wie ein Turnschuh und managt alles und fährt ihren Pick-up, als zählte sie nur die Hälfte an Jahren. Unglaublich!
Wenn ich richtig gezählt habe, verfügt Linda über neun Unterkünfte unterschiedlicher Größe und Ausstattung. Davon überlässt sie ihren Volontären jedem stets eine Einheit, um sich zurückziehen zu können.
Als ich ankomme, sind bereits vier Volontäre da – alles Mädels. Ich bin Nummer fünf und bekomme das kleinste Zimmer. Aber es ist mit einem super Badezimmer und einer großzügigen Dusche ausgestattet. Da ich das Zimmer ohnehin nur zum Schlafen brauche, juckt es mich nicht die Bohne, dass es das kleinste ist. Es liegt auf der Rückseite des Gästehauses in einem separaten Anbau.
Zwischen dem Pazifikstrand und meinem kleinen Zimmer steht also noch das Gästehaus – dennoch ist das Rauschen der Wellen so laut, dass man das Gefühl bekommt, die nächste Welle könnte gleich durch die Tür schwappen.
Während andere Workawayer in den ersten drei Nächten kaum ein Auge zubekommen, nehme ich einfach meine Hörgeräte raus und stecke sie in die Ladeschale – und Ruhe ist!
| Blog schreiben |
| "Donkey Den" in Abendstimmung |
Ein Ort zum Wohlfühlen!
Erste kleine Projekte
Meine erste Aufgabe besteht darin, zusammen mit Sanchez ein Türblatt in einem der Apartments zu wechseln.
Sanchez ist der Mann, der den Löwenanteil am Bau des Gästehauses geleistet hat und Linda über die Jahre mit Rat und Tat zur Seite stand. Nach Lindas Beschreibung glaube ich, ohne ihn würde das „Donkey Den“ wahrscheinlich gar nicht existieren.
Ich kann nur bestätigen, dass er – angesichts der begrenzten Verfügbarkeit von Werkzeugen und Materialien, die hier, wenn vorhanden, oft sehr teuer sind – ein ausgesprochen fähiger und talentierter Arbeiter ist. Ich zolle ihm größten Respekt.
Als Nächstes präsentiert mir Linda das Untergestell eines alten Tisches. Die Beine sind noch in brauchbarem Zustand, aber die Tischplatte fehlt – von Termiten zur Auflösung gebracht.
Okay. Und woraus soll ich die Tischplatte bauen? „Schau mal in der Bodega nach. Da liegt immer Material herum“, bekomme ich zur Antwort.
Die Bodega ist eine kleine Werkstatt. Nee – eher ein Lager. Dutzende Farbdosen, Werkzeuge, Holz und allerlei Dinge liegen ziemlich ungeordnet in dem kleinen Raum verteilt.
Puuh …
Für die nächsten zwei Tage schließe ich mich dort ein und versuche, so viel Ordnung zu schaffen, dass ich wenigstens für die Zeit, die ich hier bin, weiß, was ich wo finde.
Es gibt einige roh gesägte Bretter, die man aneinanderlegen könnte, um daraus eine Tischplatte zu fertigen. Aber eigentlich sind sie zu kurz. Am Ende gäbe es keinen Überstand über den Tischbeinen.
Ich rate davon ab, diese Bretter zu verwenden. Das würde beknackt aussehen.
Also schickt Linda mich mit ihrem Nissan Pickup – der bestimmt schon 30 Jahre auf dem Buckel hat – nach Manta, um ein passendes Stück zu kaufen. Sanchez braucht auch noch irgendetwas und fährt mit.
Im Pickup merke ich, dass ich erst einmal wieder Autofahren lernen muss. Die Kupplung kommt unerwartet mit einem Schlag und der Wagen macht einen gewaltigen Satz nach vorne.
Das wiederholt sich an jeder Kreuzung.
Aber bald habe ich den Bogen raus und die Fahrt wird deutlich geschmeidiger. Der Motor ist stark und zieht kräftig an. So macht es Spaß zu fahren.
In der dritten Holzhandlung finden wir eine Sperrholzplatte von 12 mm Dicke.
Perfekt!
Da wir die ganze Platte kaufen müssen – individuellen Zuschnitt, wie ich ihn aus Deutschland kenne, gibt es hier nicht – haben wir im Grunde doppelt so viel Material, wie wir brauchen.
Ich bin gespannt, wie Linda darauf reagieren wird. Kostet ja auch doppelt.
Als wir zurückkommen, sagt sie nur lapidar: „Dafür finden wir noch Verwendung.“
Die Platte ist schnell montiert und mit Sandpapier übergeschliffen. So steht schon am nächsten Morgen – nachdem die Farbe getrocknet ist – ein „neuer“ Tisch mit einer strahlend weißen Tischplatte im Speisebereich.
Projekt Abstellkammer
Und schon hat Linda eine neue Idee:
Jene Ecke, in der Kehrbesen, Kehrschaufeln, Aufnehmer und Eimer ihren Platz haben, gefällt ihr nicht. Je nach Gusto der Helfer stehen oder liegen sie mal ordentlich und mal weniger ordentlich – und für alle sichtbar – in der Ecke zwischen Küchenfenster und Grenzmauer.
Ich kann Linda verstehen. Toll sieht das tatsächlich nicht aus.
„Kann man hier einen Schrank hinbauen, damit man diese Sachen nicht mehr sieht?“, fragt sie mich.
„Kann man machen“, ist sage ich.
„Okay, was brauchst du dafür?“ Uiii… so schnell kann ich keine Stückliste erstellen.
Linda hört gar nicht mehr richtig hin und dreht schon ab und ruft mir über die Schulter noch nach: „Ich geb dir das nötige Geld. Sag nur Bescheid!“
Dann setzt sie sich wieder in ihren Hängesitz zu den Leuten, mit denen sie schon eine ganze Weile Kaffee trinkt und sich unterhält.
Hmm, denke ich. Wie will sie diesen „Schrank“ wohl haben?
Mit so wenig Input habe ich echt nicht gerechnet. Wie soll ich wissen, was sie sich da vorstellt. Linda scheint jedoch zu denken, dass sie gesagt hat, was sie möchte – und verlässt sich nun darauf, was ich daraus zaubern werde.
Ich spüre die Verantwortung für ein zufriedenstellendes Ergebnis, das mir ohne klare Spezifikation übertragen wurde.
Also ziehe ich mich erst einmal in meine Bude zurück und fange an zu konstruieren.
Nach zwei Stunden habe ich zwei Skizzen fertig und will sie Linda zeigen. Ich erkläre ihr die Varianten – aber sie scheint nicht besonders interessiert. Also gehe ich zu Sanchez.
Aber auch der kann mir nicht wirklich weiterhelfen.
Am Ende muss ich selbst die Entscheidung treffen, wie das Projekt aussehen soll. Daraufhin stelle ich meine Stückliste zusammen und fahre mit Sanchez los, Material einzukaufen.
Auf meiner Liste stehen:
- Kanthölzer für die Eckpfosten, die Stabilität geben sollen.
- Latten für Dachkonstruktion und Türstruktur.
- geteilte Bambusstäbe für die äußere Verkleidung.
- Wellblech fürs Dächlein.
- Nägel, Schrauben und Scharniere.
Beim Einkaufen merke ich bald, dass es deutlich teurer wird, als Linda mir Geld gegeben hat. Einiges Material bezahle ich aus eigener Tasche.
Und dann das Materiel: Nicht ein Kantholz, nicht ein Brett oder Latte, das nicht dreidimensional verzogen und verdreht sind. Damit hast du Spass...!
Entgegen Sanchez’ Interventionen, dem das Material unnötig teuer vorkommt, kann und will ich nicht Bambus auf Bambus nageln. Das würde für mein Empfinden weder gerade genug noch stabil genug werden. Sorry, ich bin in Deutschland aufgewachsen und baue nach Möglichkeit so, wie ich es kenne. Bambus als Konstruktionsmaterial kenne ich nicht.
Ecuadorianische Baukunst überlasse ich lieber den lokalen Experten.
Zwei Wochen brauche ich, um den Reinigungsgeräten ein neues Zuhause zu verschaffen. Ohne Sanchez hätte das mindestens drei Wochen gedauert. Er hat vor allem dabei geholfen, die Löcher für die Fundamente auszuheben, die Fundamente für die Pfosten zu gießen und diese sauber auszurichten.
| Es wird... |
| ...langsam... |
| ...fertig! |
Macht mich schon ein bisschen stolz.
Weitere Projekte
Was gibt’s sonst noch zu tun?
| Ein Bücherregal entsteht |
Ich beschäftige mich unter anderem damit,
- frische Farbe auf die Wände eines Gästezimmers zu pinseln,
- aus der verbliebenen Sperrholzplatte einen Klapptisch zu fertigen – für das kleine Zimmer, in dem ich wohne,
- ein Bücherregal fertigen (welches nach meiner Abreise Verwendung für die Gläser in der Bar findet), und
- Nussbrote zu backen – und alle lieben es!

Nussbrot-Zutaten v.l.: Mandeln, Walnüsse,
Haferflocken, Vollkornmehl, Zucker,
Wasser, Salz und Hefe
Und noch manches mehr.
Menschen bei Linda
Linda – Besitzerin des Gästehauses und Chefin von uns Volontären, beziehungsweise Workawayern.
| Linda in ihrem Pickup... |
| ...und umgeben von ihren Workawayern |
Wir Workawayer, eine bunte Truppe:
- Patricia aus Polen,
- Sarita aus Portugal,
- Marie aus der französischen Schweiz,
- Heather & James aus England,
- Irina aus Bulgarien,
- Mya aus den USA,
- Marianita & Pablo aus Argentinien.
Dazu kommen viele Gäste. Mit manchen schließe ich Freundschaft: Edwin aus den USA, Stuart – der Schotte, und die beiden charismatischen Typen Mike und Chris aus Kanada.
Und dann sind da noch Don & Don, sowie Ravi, um nur die wichtigsten zu nennen. Sie haben hier in Santa Marianita ihren Altersruhesitz gefunden und sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Morgen um halb sieben ihren ersten Kaffee bei Linda zu trinken.
Ravis Spezialität ist es, nahezu täglich köstliche Speisen mit indischen Gewürzen zum Dinner vorbeizubringen – selbst aber nur ein Glas Rotwein zu trinken.
Was für eine illustre Gesellschaft.
Ich liebe es.
Weihnachten & Silvester
Hier an der Pazifikküste erlebe ich Weihnachten 2025.
Ich genieße es, nicht allein zu sein, sondern dieses Fest einmal ganz anders als früher zu Hause und mit neuen Freunden zu erleben. Zwei von Lindas Freundinnen bereiten zwei Truthähne zu und es kommen zahlreiche Gäste. Leute aus der Umgebung – fast alle aus USA und Kanada, die mit Linda eine gute Verbindung pflegen.
An Silvester werden hier in Ecuador Figuren aus Pappmaché tagsüber auf Motorhauben oder Autodächern und auf Motorrädern durch die Gegend gefahren und nach Einbruch der Dunkelheit am Meeresstrand oder auf anderen Plätzen unter dem Jubel der Anwesenden lichterloh verbrannt.
| Silvesterkult |
Wind & Wetter
Das Wetter ist durchweg beneidenswert schön.
Die Temperaturen liegen zwischen 25 und 32 °C. Der Sprung in die Wellen am Nachmittag ist obligatorisch. Und dann – jeden Abend ein orange-roter Sonnenuntergang. Selbst nach dem zehnten Sonnenuntergang verlieren diese Momente nichts von ihrer Faszination.
Die Wellen führen ihr eigenes Leben. Selbst bei Windstille krachen sie mit brachialer Gewalt auf den Strand.
Leider habe ich es nicht geschafft, einen Kite-Kurs zu besuchen. In den letzten Tagen vor meiner Abreise sind die Bedingungen nicht mehr gegeben – es ist regnerisch und der Wind zu schwach.
Dann warte ich eben auf neue Chancen an anderen Orten.
Abschied
Vom 10. zum 11. Februar verbringe ich meine letzte Nacht im „Donkey Den“. Heute sind es genau 69 Tage, die ich an diesem wundervollen Ort verbracht habe.
Es ist mein längstes Workaway-Volunteering ever.
Quito – Der Plan mit Galapagos (und wie er in 30 Sekunden implodiert)
11. Februar 2026 – Mit der Absicht, zu den Galapagosinseln zu gelangen, verlasse ich Santa Marianita und nehme von Manta den nächsten Bus in die Hauptstadt Quito.
Bei meiner Ankunft in Quito ist es bereits kurz vor Mitternacht, und ich buche kurzerhand über Booking.com für eine Nacht. Morgen will ich ja gleich den Flieger auf die Inseln nehmen und gleich mein nächstes Workaway antreten.
Ich übertreibe es heute nicht mit dem Aufstehen, es war spät gestern. Der Flug über die 1.000 km wird eh nur 90 Minuten dauern. Ein Uber-Taxi bringt mich also gegen 10 Uhr zum Flughafen, wo ich ein Ticket direkt am Schalter kaufen werde.
Tja – wer sich vorher informiert, ist auf jeden Fall besser dran...
Der Mitarbeiter am Avianca-Schalter klärt mich zuerst darüber auf, dass von Quito nur zwei Flüge täglich nach Galapagos gehen. Dafür müsse man spätestens um 7:00 Uhr am Flughafen sein.
Jetzt ist es aber schon 10:30 Uhr.
Schluck!
Zweitens – so der Typ am Schalter – die Flüge der nächsten drei Tage sind bereits ausgebucht.
Hoppla.
Doppelschluck!
Bedröppelt ziehe ich von dannen.
„Wie naiv kann man eigentlich sein?“, frage ich mich.
Okay – nicht lange Trübsal blasen. Rucksack schultern. Zurück in die Stadt.
Erst nachdenken. Dann handeln! Das ist mein neuer Plan.
Karneval in Quito – oder: Schaumschlacht ohne Gnade
| Blick über Quito |
| Schöne Kolonialbauwerke |
Ich finde ein preiswertes Hostel nahe der historischen Zentrums, wo ich mich erst einmal ausgiebig umschaue. Dieses Wochenende ist auch noch Karneval.
Kein schlechter Ersatz für die vergeigten Tage auf Galapagos, denke ich.
Mein letztes Karnevalserlebnis hatte ich vor einem Jahr mit Alex in Santa Cruz de la Sierra in Bolivien.
Wochenende.
Aber was hier abgeht, ist eine reine Schaumschlacht – und das schon Tage zuvor. Zu Tausenden werden auf den Straßen Sprühdosen verkauft, gefüllt mit einer schaumartigen Masse.
Jeder besprüht jeden. Was für die einen den größten Spaß bedeutet, ist für mich zum Abgewöhnen!
Gerade Kids unter zehn Jahren gehen mit ihrer Zielsicherheit extrem sparsam um. Ich sehe viele Menschen, die vom Scheitel bis zur Sohle von Schaum triefen.
Nee, Alter! Auf mich wirkt das wenig einladend.
Also habe ich die Straßenumzüge und Paraden gemieden wie der Teufel das Weihwasser.
Sonntagsfrage
Kommen wir jetzt zur Sonntagsfrage: wo geht der Horst heute Morgen hin?
In die Neuapostolische Kirche, Gemeinde „Dos Puentes“.
Wie überall – und das wird mir weder langweilig noch überdrüssig – schlägt mir beim Betreten dieser Gemeinde dieser besondere Geist von Freude und Herzlichkeit entgegen. Jeder begrüßt mich mit Handschlag und "Bienvenidos" und gibt mir sofort das Gefühl, willkommen zu sein.
Mit Freude stelle ich fest, dass meine Spanischkenntnisse weiter fortgeschritten sind. Ich verstehe weit mehr, als in den ersten Monaten in Südamerika. Zwar reicht es noch immer nicht, um den 'roten Faden' zu erfassen, aber Stück für Stück komme ich der Sache näher.
Flugplanung – diesmal mit Internet und Verstand
Nachdem ich meiner Workaway-Gastgeberin meine Fehlplanung eingestanden habe, möchte sie immer noch, dass ich komme – auch wenn es später wird.
Folglich recherchiere ich die möglichen Verbindungen zu den Galapagosinseln und entscheide mich schließlich für einen Flug am 1. März und den Rückflug am 6. März für 427,43 US-Dollar.
Die teuerste Schuhschachtel meines Lebens
Dann nutze ich die Zeit und schnüre ich ein Päckchen mit frischem und leckerem Kaffee aus Peru und Schokolade aus Ecuador für meinen Sohn Alex, der sich schon darauf freut.
Als ich alles zusammen habe und damit zur nächstgelegenen Filiale von DHL gehe, trifft mich der Schlag: 124 US-Dollar für den Versand einer Schuhschachtel nach Europa!
Ich versuche es online über Packlink. Der günstigste Anbieter ist TNT Express mit 107 US-Dollar – und das Päckchen wird direkt vom Hostel abgeholt.
Mein Hals nimmt spontan den doppelten Umfang an und braucht Stunden, um wieder normal auszusehen. Es nützt nichts, ich werde in des Sauren Apfel beißen. Andernfalls müsste ich den Kaffee und die Schokolade weggeben. Das kommt nicht in die Tüte!
Die Formalitäten sind schnell erledigt – wenn auch extrem widerwillig.
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| Das Paket – Rückseite mit fotorealistischer Darstellung des kompletten Inhalts für den Zoll |
Nach erfolgter PayPal-Zahlung erhalte ich den Abholtermin: zwischen 9 und 17 Uhr am nächsten Tag.
Na also.
Wer am nächsten Tag nicht kommt, ist der Abholer.
Abends erhalte ich eine E-Mail mit dem Hinweis, dass der Versandservice in Ecuador nicht verfügbar sei und das Geld zurückerstattet werde. Das könne zwischen sieben und zehn Tagen dauern. Ich solle mein Konto beobachten und mich melden, falls das Geld nicht kommt.
Ich schreibe hier jetzt lieber nicht hin, was ich jetzt denke und von von diesem Dienst halte…
Also wandert die teuerste Schuhschachtel meines Lebens wieder zurück als ungeplante Beigabe zu meinem Rucksack. Vielleicht begleitet sie mich einfach noch ein paar Länder weiter. Und wer weiß – vielleicht bekommt Alex seinen Kaffee und die Schokolade irgendwann persönlich überreicht.
Das wäre dann wohl der langsamste Versandservice der Welt…
Wer eine Reise tut, der kann etwas erzählen!
Mit einem Fuß auf jeder Halbkugel
Warum heißt Ecuador so?
Bingo: Äquator! Die Mittellinie dieses Planeten geht durch dieses Land. Und durch Quito – na ja, ungefähr.
Das will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, der Besuch im Mitad-del-Mundo-Park. Der Name bedeutet übersetzt „Mitte der Welt“ – und genau das ist er auch. Zumindest behaupten das die Ecuadorianer mit sichtbarem Stolz.
Unbedingt will ich dieses klassische Touristenfoto: ein Fuß auf der Nordhalbkugel, der andere auf der Südhalbkugel – während der Äquator exakt zwischen meinen Beinen durchläuft. Wenn man schon einmal hier ist, dann muss das einfach sein.
Der Park liegt eine Stunde außerhalb von Quito und ist entsprechend gut besucht. Busse spucken im Minutentakt neue Besucher aus, die alle das gleiche Ziel haben: einmal auf der berühmten gelben Linie stehen.
Auf dem Weg dorthin lerne ich Marie aus Haiti kennen. Sie kennt den Park bereits und hat großen Spaß daran, mir alles zu zeigen – und übernimmt kurzerhand die Rolle als Starfotografin.
Also stehe ich da: ein Bein links der Linie, das andere rechts.
Nordhalbkugel. Südhalbkugel.
Ich versuche, dabei möglichst weltmännisch auszusehen. Gar nicht so einfach, wenn um einen herum ständig Leute lachen, posieren und sich gegenseitig fotografieren.
Am Ende bleibt ein schönes Gefühl: Heute habe ich tatsächlich einmal mit einem Fuß auf jeder Erdhalbkugel gestanden.
Das kann schließlich auch nicht jeder von sich behaupten.
Galapagosinseln
Was fällt einem ein, wenn man an die Galapagosinseln denkt?
Mir kommen sofort Schildkröten in den Sinn – riesige Schildkröten, an Land und im Wasser.
Und Leguane… Moment mal – Leguane? Echt jetzt, gibt’s die da auch? Ist ja ’n Ding! Ich glaube, da sollte ich mal hin, sonst verpasse ich wohl was.
Also schaue ich mich nach Unterkünften um.
Hoppla – Galapagos gibt es definitiv nicht fürs kleine Taschengeld, und gefühlt besteht die gesamte Inselwelt aus Hotels. Bei genauerer Suche nach Hostels finde ich gerade mal zwei. Nur eines davon liegt preislich in einem Bereich, den ich akzeptabel finde. Die Inselgruppe wird massiv von Touristen heimgesucht.
„Lass ma guck’n“, denke ich mir, „ob es dort vielleicht auch sowas wie Workaway gibt.“ Das könnte mich nicht nur mit den Bewohnern der Inseln zusammenbringen, sondern auch mein Budget schonen.
Und siehe da: Es gibt tatsächlich Workaway-Angebote!
Eine gemeinnützige Organisation namens „Galapagos Horse Friends“ sucht Helfer. Meine Anfrage wird von Claudia Moreno beantwortet. Im Chat stellt sich heraus, dass Claudia aus Deutschland kommt. Okay, denke ich, das macht die Sache zumindest sprachlich schon mal leichter – denn mit Erfahrung in der Pferdepflege kann ich nun wirklich nicht aufwarten. Claudia meint jedoch, fehlende Erfahrung sei kein Problem, solange ich Lust hätte, dazuzulernen.
Habe ich.
Deal!
Meine Workaway-Vereinbarung steht also.
Die Einreise – etwas aufwendiger als gedacht
18. Februar 2026 – es geht los. Erneut bringt mich ein Uber-Taxi zum Flughafen in Quito.
Aufgrund der besonderen Biodiversität auf den Inseln und ihrer empfindlichen Lebensräume gelten für Reisende einige Vorschriften und Beschränkungen. Das leuchtet mir absolut ein, und ich halte mich natürlich daran.
Der Einreiseprozess läuft ungefähr so ab:
Vor dem Abflug muss man sich zunächst beim Consejo de Gobierno del Régimen Especial de Galápagos registrieren. Dieses Büro befindet sich an einem separaten Schalter im Flughafen von Quito. Man legt sein gültiges Flugticket vor und erhält gegen Bezahlung von 20 US-Dollar sein persönliches TCT (Tarjeta de Control de Tránsito) – also die offizielle Erlaubnis zur Einreise. Die Bestätigung kommt später per E-Mail.
| Consejo de Gobierno del Régimen Especial de Galápagos |
Danach wird das Gepäck – also mein Rucksack und mein Handgepäck – gescannt und freigegeben. Bei mir wird nichts Verdächtiges gefunden und nichts konfisziert. Ich bin erleichtert.
Es gibt zwei Flughäfen im Archipel – also aufpassen beim Buchen: San Cristóbal (SCY) und Baltra (GPS). Mein Flug geht nach Baltra.
Bei der Ankunft auf der Insel wird zuerst nach dem TCT gefragt und anschließend ein „Eintrittsgeld“ von 200 US-Dollar – in bar (!) – verlangt. Gut, dass ich das vorher wusste, sonst hätte ich mit einem ziemlich dummen Gesicht dagestanden – etwas, das ich gut kann. Nach einer weiteren Registrierung – keine Ahnung wofür, aber was soll’s – wird mein Gepäck noch einmal gescannt. Auf was genau, weiß ich nicht. Danach werde ich freigelassen.
Von der Flughafeninsel zur Insel Santa Cruz
Ein Shuttlebus bringt die Reisenden vom Flughafen für vier Dollar zum Kanal. Der Airport liegt nämlich auf der kleinen Insel Baltra (auch Seymour genannt), die nur durch eine schmale Wasserstraße von der Insel Santa Cruz getrennt ist.
Das Übersetzen mit dem Boot ist praktischerweise im Buspreis enthalten, und das Personal kümmert sich sogar um die Verladung meines Gepäcks. Das Ein- und Aussteigen dauert am Ende länger als die eigentliche Überfahrt. Das Wasser ist kristallklar.
Auf der anderen Seite, auf Santa Cruz, warten Taxifahrer und jede Menge Busse. Jedes Hotel scheint einen eigenen Bus geschickt zu haben. Dank meiner etwas besser gewordenen Spanischkenntnisse finde ich jedoch relativ schnell den Bus nach Puerto Ayora. Claudia hatte mich vorher instruiert, dass ich dem Fahrer unbedingt sagen soll, dass ich an der Kontrollstelle des Nationalparks aussteigen möchte.
Auch das kriege ich hin.
Der Bus ist ein ganz normaler örtlicher Pendelbus, der ordentlich klappert und scheppert. Mit den lokalen Transportmitteln steigt man am Ende eher geschüttelt als gerührt wieder aus.
Genau so muss das sein für mich als Globetrotter.
Wer die Galapagosinseln All-Inclusive bucht – also mit Taxi, Hotelbus und persönlicher Betreuung – dem entgeht einem dieser Teil der Reise komplett. Und damit auch ein gutes Stück Abenteuer.
Abenteuer statt All-Inclusive
Der Weg vom Flughafen auf Baltra zu meiner Workaway-„Ranch“ der Galapagos Horse Friends ist ein kleiner, abenteuerlicher Trip.
Unterwegs fallen mir einige Verkehrsschilder auf, wie ich sie sonst noch nirgends gesehen habe.
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| Warnschilder, die wirklich... |
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| ...Sinn machen |
Dann bin ich endlich an der Kontrollstelle des Nationalparks in Santa Rosa. Niemand hier? Hmm …
Meinen Rucksack lege ich erst einmal im Schatten eines Baumes am Fahrradweg ab – ja, richtig gelesen: Hier gibt es neben der Straße tatsächlich einen eigenen Fahrradweg – zweispurig markiert. Auch wenn ich weit und breit keinen einzigen Radfahrer sehe.
Es ist warm. Ich schätze so um die 30 °C, und die Sonne steht ziemlich genau über mir. Wenn ich nicht aufpasse, fange ich mir in wenigen Minuten einen ordentlichen Sonnenbrand ein. Der Schatten ist wirklich wichtig.
Doch ich brauche keine zehn Minuten zu warten, da kommt eine groß gewachsene Frau den Schotterweg herauf. Moment mal eben – „Dame“ scheint mir eigentlich der passendere Ausdruck für diese Person. Sie trägt ein fließendes Kleid und einen feinen Filzhut, unter dem ihr schulterlanges, fast weißes Haar weich herabfällt. Mit ruhigem, gemessenem Gang nähert sie sich.
Sie stellt sich auf Deutsch als Claudia vor, und wir begrüßen uns.
Claudia führt mich zum Haus ihrer Volontäre, das direkt neben den Weiden liegt.
Das Haus hat eine große Diele, und gleich an der Eingangstür befindet sich die Küche. Von dort gehen zwei Zimmer ab. In einem ist Corinne untergebracht, eine Workawayerin aus Minnesota in den USA. Das andere Zimmer ist meins.
Corinne hat in ihrem Leben viel mit Pferden zu tun gehabt und verfügt über entsprechend reichlich Erfahrung. Das ist gut, so ist noch jemand in der Nähe, um mich vor Fehlern mit den Tieren zu bewahren.
Dann ist da noch Laika, die von ihrer Matratze aufspringt und mich eingehend beschnüffelt. Sie ist eine kräftig gebaute Hündin mit kurzem braunem Fell, bei der man sofort den Boxer erkennt – auch wenn noch einige andere Rassen mitgemischt haben.
Claudias Lebenswerk
Claudia erzählt mir, dass sie vor etwa zwanzig Jahren hier angefangen hat. Damals nahm sie zwei ausgesetzte und verwilderte Pferde unter ihre Fittiche, um ihnen wenigstens ein Minimum an Pflege und Schutz zu geben.
Im Laufe der Jahre kamen weitere ausgesetzte Tiere hinzu. Auch wurden einige Fohlen geboren, gezeugt von verwilderten Hengsten, die immer wieder in die Herde eingebrochen sind und sich nach Herzenslust mit den Stuten der Weide vergnügt haben. So ist im Laufe der Zeit eine kleine Herde entstanden.
Heute gehören sieben Hunde, ein aufgefundenes Ziegenböckchen und eine mittlerweile auf 22 Pferde angewachsene Herde zum Bestand der Farm.
Claudia betreibt die Farm mit großer Leidenschaft. Am meisten liegen ihr jedoch die Pferde am Herzen. Sie erzählt mir, dass es Pferde seit über 65.000 Jahren auf der Erde gibt und dass sie im Laufe dieser Zeit eine ganz eigene Form der Kommunikation entwickelt haben – eine, von der wir Menschen ihrer Meinung nach noch viel lernen können.
Während sie das erzählt, spüre ich ihre Hingabe. Ihr Herz geht sichtbar auf. Mit leuchtenden Augen zeigt sie mir Fotos und Videos von Yoga-Retreats, die sie gelegentlich auf der Pferdekoppel organisiert.
Die traurige Seite
Ursprünglich wurden die Pferde auf den Inseln als Lasttiere eingesetzt und genau zu diesem Zweck hierhergebracht. Mit dem modernen Verkehr wurde ihre Hilfe jedoch nach und nach überflüssig – und damit leider auch die Tiere selbst.
Viele landen irgendwann beim Schlachter. Andere werden einfach irgendwo ausgesetzt und sich selbst überlassen.
Claudia erzählt mir, dass sie im Laufe der Jahre neun totgefahrene Pferde auf den Straßen gesehen hat. Etwas, das ihr bis heute das Herz zerreißt. Sie kann nicht verstehen, wie Menschen so achtlos mit solchen Lebewesen umgehen können.
Alltag auf der Ranch
Noch am selben Tag beginnen wir damit, Schilder und ein Transparent für eine Parade vorzubereiten, die am nächsten Tag in Puerto Ayora stattfinden soll. Na, da bin ich ja gerade rechtzeitig gekommen.
Der 19. Februar 2026 ist dem Jahrestag der "Cantonizatión" mit einer langen Parade gewidmet, wo sich lokale Organisationen der Öffentlichkeit präsentieren. Für Claudia und ihre Organisation Galapagos Horse Friends ist es das erste Mal, dass sie an dieser Parade teilnehmen.
An den folgenden Tagen besteht meine Hauptaufgabe darin, mit der Machete Futtergras zu schneiden.
Nicht gerade ein Bürojob.
Ein anderes Mal entdecken wir ein großes Loch in der Wand eines Unterstandes. Durch dieses Loch sind die Pferde auf eine andere Weide gelangt – was sie definitiv nicht sollten. Also nagle ich das Loch erst einmal mit Brettern wieder zu.
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| An der hinteren Ecke fehlten fünf Bretter |
Anschließend versuchen wir, die Pferde wieder auf die 'rechte Weide' zurückzuführen.
Ich halte die Jungrinder ein wenig in Schach, während Claudia und Corinne versuchen, die Pferde zu dirigieren. Es beginnt leicht zu tröpfeln. Ich schaue nach oben und sehe dunkle Wolken aufziehen.
Während ich noch damit beschäftigt bin, die Jungtiere unter Kontrolle zu halten, öffnet der Himmel plötzlich seine Schleusen.
Wolkenbruch.
Drei Minuten später steht das Wasser in meinen Gummistiefeln und tropft aus meiner Unterhose.
Die Operation 'Caballos Return' wird ohne weitere Diskussion abgebrochen.
Begegnungen mit Giganten
In diesen Tagen laufen mir immer wieder Riesenschildkröten über den Weg. Manchmal sitzen sie einfach mitten auf der Straße, manchmal stehen sie auf der Pferdeweide.
Vielfach sieht man Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass man zu allen Tieren mindestens zwei Meter Abstand halten soll.
Die Pferde interessieren sich für diese Vorschrift allerdings herzlich wenig.
Sie stupsen die Schildkröten mit den Hufen an oder treten sogar auf ihren Panzer. Die Schildkröte zieht den Kopf ein, lugt nach einer Weile vorsichtig wieder heraus, um zu schauen, ob sich die Welt um sie herum inzwischen wieder beruhigt hat.
Es ist schon faszinierend zu beobachten, wie sich die Natur hier selbst organisiert.
Auch beim Gassigehen mit Laika begegnen wir diesen Giganten regelmäßig. Für die Hündin sind sie allerdings völlig uninteressant.
Kein Schnüffeln.
Kein Bellen.
Langweilig!
| Gelangweilte Laika |
Zukunft mit Frgagezeichen
Ich höre, wie Claudia von Mitarbeitern spricht, die sich in ihrer Organisation engagieren: Social Media Marketing, Psychologen, Unterstützer, und andere Funktionen. "Wo sind diese Leute?" frage ich interessiert. Auf dem Festland und in Europa. Aha! Das ist also eine weit vernetzte Organisation, denke ich bei mir.
Doch schon nach zwei Tagen wird mir langsam klar, dass Claudias 'Organisation' im Grunde aus genau einer Person besteht: Claudia.
Im Laufe von zwanzig Jahren hat sie offenbar einen Großteil ihres privaten Vermögens in dieses Projekt gesteckt. Gleichzeitig ist deutlich zu erkennen, dass hier strukturell einiges fehlt, wenn diese Arbeit langfristig weiterbestehen soll.
Meine Gedanken beginnen zu kreisen. So viele Tiere werden hier von einer Person – plus zwei Workawayern – betreut.
Wie kann das funktionieren?
Was passiert, wenn über Wochen kein Workawayer kommt?
Und wie finanziert sich das Ganze auf Dauer?
Mein Helfersyndrom meldet sich sofort.
In meinem Kopf entstehen bereits verschiedene Ideen, wie man das Projekt stabilisieren oder sogar weiterentwickeln könnte. Ich würde sie gern mit Claudia besprechen und gemeinsam überlegen, was davon sinnvoll wäre.
Doch unsere Gespräche verlaufen nicht ganz so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es fällt uns schwer, wirklich auf die gleiche Wellenlänge zu kommen, wenn es um konkrete Lösungen geht.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass Claudia und ich in zwei ziemlich unterschiedlichen Welten leben. Ich eher strukturiert und kalkulierend, sie voller Hingabe mit dem Credo "Die Tiere zuerst – und alles für die Tiere!".
Aus meiner Sicht könnte eine Kombination aus beidem eine echte Zukunft ermöglichen.
Gedankensplitter zur Zukunft
Während ich die Tiere beobachte und darüber nachdenke, beginnen sich in meinem Kopf bereits erste Ideen zu formen.
Gewiss ließe sich das Projekt finanziell auf stabilere Beine stellen, wenn es systematisch kommerzialisiert werden würde.
Vor meinem geistigen Auge sehe ich Menschen zwischen den Pferden, wie sie Yoga praktizieren – Yoga-Retreats auf der Pferdeweide! Besucher gibt es auf den Galapagosinseln schließlich genug, und Menschen, die naturverbunden Yoga praktizieren wollen, ganz sicher auch. Über die vielen lokalen Agenturen ließe sich ein solches Angebot vielleicht organisieren und damit ein dauerhafter Zufluss von Teilnehmern erzeugen. Das würde zumindest einen gewissen regelmäßigen Cashflow generieren.
Eine andere Idee wäre, stärker mit Schulen oder Instituten auf den Inseln zusammenzuarbeiten. Kurse oder Workshops über Pferde, über Tierethik und den respektvollen Umgang mit Tieren oder über ihre besondere Art der Kommunikation könnten nicht nur kleine Einnahmen generieren, sondern auch das Bewusstsein in der lokalen Bevölkerung stärken.
Und dann ist da noch ein Gedanke, der mir besonders spannend erscheint: eine Zusammenarbeit mit renommierten Psychologen oder Coaches in Kooperation mit Reiseagenturen in Europa und den USA. Schließlich kommen viele Besucher der Galapagosinseln genau aus diesen Regionen. Pferde werden seit einigen Jahren immer häufiger in der Persönlichkeitsentwicklung und in therapeutischen Settings eingesetzt. Warum also nicht systematisch Retreats oder Seminare anbieten, bei denen Menschen diese besondere Form der Begegnung mit Pferden erleben können – mitten in einer der außergewöhnlichsten Naturlandschaften unseres Planeten?
Eine Möglichkeit, die Arbeit langfristig zu sichern, könnte auch sein, Unterstützer zu finden, die dieses Projekt von außen begleiten. Menschen, denen Tiere am Herzen liegen und die vielleicht ein kleines Stück dazu beitragen möchten, dass diese Pferde auch in Zukunft versorgt werden können.
Claudia hat mir dafür die folgenden Informationen geschickt, die ich hier im Originalwortlaut weitergebe:
Banco del Pichincha
Girokonto: 2100330017
RUC (Steuernummer): 2091767788001
Deine Unterstützung hilft uns, weiterhin die 22 geretteten Pferde in unserem Schutzhof auf den Galápagos-Inseln zu schützen, zu füttern und zu versorgen.
Jeder Beitrag, egal wie klein er ist, macht für sie einen großen Unterschied.
Vielen Dank für deine Solidarität! 🐴💚
Wer das Projekt unterstützen oder einfach mehr über Claudias Arbeit erfahren möchte, kann sich auch hier informieren:
Es sind einfach nur Ideen, die mir zwischen Pferdekoppel, Machete und tropischem Regen durch den Kopf wandern...
Aber wer weiß – vielleicht liest ja jemand diese Zeilen und denkt: "Da könnte ich helfen."
Free Time
Eine Woche habe ich nun noch, um meine Entdeckungen auf Küste und Wasser auszudehnen.
In Puerto Ayora wimmelt es nur so von Touristen, und darauf ist letztlich die gesamte Infrastruktur ausgerichtet.
Ich glaube, ich habe das günstigste Quartier im Ort gefunden. Es ist das „El Pinzón“, wo ich sogar einen Dollar Preisnachlass bekomme, weil ich mehr als drei Nächte bleibe. So zahle ich am Ende 11 US-Dollar pro Nacht. Dabei liegt die Unterkunft gar nicht einmal weit vom Zentrum und der Uferpromenade entfernt.
Ansonsten ist hier alles extrem teuer. Für eine Schokoladentafel muss ich 3,50 US-Dollar blechen, für ein Bier im Restaurant 7 US-Dollar und für eine Kugel Eis stolze 4 US-Dollar. Mein innerer Buchhalter bekommt bei jedem Kauf Schnappatmung.
Bei meiner Pirsch nach einem halbwegs günstigen Preis für eine Tour, auf der ich Leguane, Meeresschildkröten und vielleicht auch Blaufußtölpel beobachten kann, weiß ich irgendwann nicht mehr, wo ich anfangen und aufhören soll. Es gibt Dutzende von Agenturen.
Als ich die dritte Agentur betrete, merke ich, dass ich keine Lust mehr habe, für zehn oder zwanzig Dollar Ersparnis den ganzen Ort zu durchforsten... und erstaunlicherweise schweigt selbst mein innerer Buchhalter.
Der junge Mann, der mich hier anspricht, stellt sich als Fernando vor und ist mir sympathisch genug, dass ich bleibe und den Deal mit ihm abschließe: ein Trip zur Insel Isabela – der größten Insel des Vulkanarchipels – inklusive Schnorcheln und einer GoPro 12 im wasserdichten Gehäuse.
Die eintägige Tour kostet mich 175 US-Dollar. "Akzeptabel“, urteilt mein innerer Buchhalter nach kurzem Budgetüberschlag.
Artenvielfalt
Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.
Zuerst liegen mir Leguane im Weg. Nicht, dass mal einer zur Seite rücken würde, wenn man mal durch will auf die Aussichtsplattform.
Am Äquator Pinguine zu sehen, ist irgendwie crazy.
Bei den kurzen Ausflügen über die Lavafelder muss man höllisch aufpassen. Man kann sich leicht an den scharfen Gesteinskanten verletzen – oder auch unbeabsichtigt auf einen Leguan treten. Die Tiere sind farblich in dunkelbraun bis schwarz so perfekt an ihre Umgebung angepasst, dass man sie zwischen den Lavabrocken kaum erkennt.
Beim Schnorcheln beobachte ich zwischen bunten Fischen gewaltige Schildkröten beim „Abgrasen“ von Algen, während zwei Haie in der Nähe ihre Kreise ziehen. Alles zum Greifen nah.
Unheimlich – faszinierend!
Dann geht es mit dem Boot durch ein Labyrinth aus erkalteter Lava. Und ohne auszusteigen können wir schließlich auch noch Blaufußtölpel beobachten...
...und anderes Getier. Spannend!
Fazit
Ecuador. So gefährlich...? Habe ich nicht erlebt.
Kompliziert? Kommt vor.
Interessant? Auf jeeeden Fall!
Vieles habe ich nicht gesehen. Keine rauchenden Vulkane. Keine Reise tief hinein in das Amazonasgebiet. Keine Wale im Pazifik.
Dafür gab es andere Begegnungen.
Die quirlige Hauptstadt Quito, riesige Schildkröten am Wegesrand, Pinguine am Äquator, Pazifikwellen fast bis ins Bett, und die musikalischste Stadt, die ich je erlebt habe, Loja.
Es sind genau solche unerwarteten Geschichten, die meine Reise besonders machen.
Gerne wäre ich – wie Charles Darwin zu seiner Zeit – noch länger auf den Galápagosinseln geblieben, um dieses faszinierende Stück Natur intensiver zu erleben. Doch jede Reise hat ihren eigenen Rhythmus.
Ecuador hat mit seinen Menschen, seiner Kultur und seiner Natur jedenfalls einen festen Platz in meinen Reiseerinnerungen.
Und wer weiß – vielleicht führt mich der Weg eines Tages noch einmal zurück an den Äquator.
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